Weißt du, wo der Himmel ist?

Weißt du, wo der Himmel ist,

außen oder innen?

Eine Handbreit rechts und links,

du bist mitten drinnen.

Weißt du, wo der Himmel ist,

nicht so tief verborgen.

Einen Sprung aus dir heraus,

aus dem Haus der Sorgen.

Weißt du, wo der Himmel ist,

nicht so hoch da oben.

Sag doch ja zu dir und mir,

du bist aufgehoben.

Text: Wilhelm Willms,

Melodie: Ludger Edelkötter

 

Christi Himmelfahrt

40 Tage nach Ostern feiern Christen das Fest Christi Himmelfahrt. In der Bibel wird berichtet, dass Jesus, der Christus, vor den Augen seiner Jünger von einer Wolke aufgenommen und emporgehoben wird. Die Jünger stehen da, schauen zum Himmel hinauf. Sie sehen Jesus nicht mehr. Was nun? Es scheint, als wäre der Auferstandene nun endgültig fort. Denn wie den Himmel erreichen? Wie ihm nachfolgen?

Kinder stellen sich die Himmelfahrt von Jesus gerne als Flug mit einem Flugzeug oder einer Rakete vor – eben mit einem Fortbewegungsmittel, das sie mit unserem Wort Himmel in Verbindung bringen. Andere Ideen sind Aufzüge oder sehr lange, steile Treppen. Vielen von uns  geht es wie den Jüngern damals: bei der Vorstellung, „in den Himmel“ zu gehen, heben wir die Augen nach oben.

Jesus aber geht gar nicht räumlich nach oben, sondern zu Gott, seinem himmlischen Vater. Und Gott ist überall.  Jesus betritt eine andere Welt. Eine Welt, die engste Gemeinschaft, größte Nähe zu Gott bedeutet.

Jesus geht „in den Himmel“, an einen Ort, an dem es himmlisch ist. Was verbinden wir mit einem Ort, an dem es himmlisch ist?

Kann dies ein Ort sein, an dem es uns rundherum gut geht, wir Frieden und Geborgenheit empfinden, Heimat? „Himmel“ kann in Anfängen schon auf der Erde spürbar werden!

Jesus entfernt sich von seinen Jüngern fort und kommt ihnen gleichzeitig näher. Ein scheinbarer Widerspruch.

Jesus geht zu seinem Vater „in den Himmel“. Dieser Vater, Gott, umgibt uns mit seiner Gegenwart, die nicht sichtbar ist. Gottes Gegenwart ist nah, nicht weit weg.

In dieser Gegenwart ist Jesus, sind unsere lieben Verstorbenen. Und diese Gegenwart liegt – unsichtbar, aber mit glaubendem, vertrauendem Herzen spürbar – „nur eine Handbreit rechts und links“ von uns.

Ich wünsche uns allen die Erfahrung von „Himmelsorten“!

                                                                                     Julia Göttelmann